Stadt. Land. Fluss. Mobilität neu denken: Brühler SPD empfing Landtagsabgeordneten Daniel Born

Landespolitik

Die Kollerfähre (Bild: BlueBreezeWiki/Wikipedia/CCBYSA)

Bei einer Veranstaltung der Brühler SPD stelle der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born klar, dass die Kollerfähre für die Region extrem wichtig sei. Born erklärte, dass die Brühler SPD klar nachgewiesen habe, dass die Kollerfähre seit hunderten von Jahren rechtlich eine Landstraße durch den Rhein sei und die keineswegs ausschließlich touristischen Zwecken diene.

Brühl. „Stadt. Land. Fluss. Mobilität neu denken“. An kaum einem anderen Ort hätte der von den Genossen gewählte Titel ihrer jüngsten Online-Veranstaltung besser passen können. Denn gerade für Brühl als einziger Gemeinde Baden-Württembergs, die auf beiden Seiten des Rheins Gemeindeareal ausweist, beginnt ein neuer Mobilitätsansatz zunächst mit der Forderung, dass die Kollerfähre zwingend Bestandteil einer solchen Mobilitäts-Offensive sein muss.

„Noch ist die Brühler Kollerfähre nicht gerettet. Zwar wurden die Zuschüsse für 2020 und 2021 in die Budgetpläne eingestellt, aber noch ist nicht ganz sicher, was danach kommt“, zeigte sich Born als Wahlkreisabgeordneter über den Stand der Dinge gut informiert. Der Brühler SPD-Gemeinderat Pascal Wasow hatte eine Petition für den Erhalt der Kollerfähre ins Leben gerufen, an der sich mehr als 3000 Unterzeichner beteiligt haben. Born hatte seinerzeit dafür gesorgt, dass die Frage der weiteren Finanzierung der Kollerfähre durch das Land im Finanzausschuss des Landtags behandelt und dadurch bis 2021 gesichert wurde.

„Die Kollerfähre ist ein besonderer Teil unseres Wegesystems. Sie verbindet nicht Brühl mit der Pfalz, sondern Brühl mit Brühl und mithin zwei Teile des Landes Baden-Württemberg.“ ergänzte Wasow und fügte hinzu: „Der Brühler Gemeinderat hat sich parteiübergreifend und im Schulterschluss mit Bürgermeister Dr. Göck für den Erhalt der Fähre ausgesprochen.“

Der Brühler Bürgermeister hatte es sich nicht nehmen lassen, an seinem Geburtstag an der Veranstaltung teilzunehmen. Er verwies darauf, „dass die Fähre direkt nach ihrer Eröffnung zunächst jahrelang kostenlos genutzt werden konnte. Erst später kam das Land auf die Idee, von allen Nutzern der Fähre Geld zu verlangen. Und nun will die Landesregierung auch noch weiteres Geld von der Region für den Betrieb der Fähre einziehen und sich selbst damit immer mehr aus der Verantwortung nehmen.“

„Die Kollerfähre ist für die Region extrem wichtig. Die Brühler SPD hat klar nachgewiesen, dass die Kollerfähre seit hunderten von Jahren rechtlich eine Landstraße durch den Rhein ist, die keineswegs, wie vom Landesrechnungshof behauptet, ausschließlich touristischen Zwecken dient“, merkte der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born an, der sich sodann zur Freude der Teilnehmer einen weiteren Seitenhieb auf die Landesregierung mit der Bemerkung nicht verkneifen wollte: „Wenn diese Fähre nicht zwei Teile von Brühl am Rhein, sondern zwei Teile von Stuttgart am Neckar verbände, würde niemand in der Landesregierung auf die Idee kommen, dass Stuttgart doch die Fähre, die ihre Stadtteile als Verbindung zweier Landesstraßen verknüpft, zukünftig selbst bezahlen möge.“

Neben dem Thema Kollerfähre wurde die Veranstaltung genutzt, auch auf andere Aspekte des öffentlichen Nahverkehrs und dessen entscheidende Rolle auf dem Weg zum Klimawandel zu einzugehen. „Wer das Thema Klimaschutz ernst nimmt, kommt an einer Grundsatzdiskussion zur Rolle des ÖPNV nicht vorbei. Ohne ihn wird es keine Verkehrswende geben und mithin auch keine Klimawende“, zeigte sich Born, der auch Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Landtags ist, von der Notwendigkeit dieser Diskussion überzeugt.

„Wir fordern das 365-Euro-Ticket, also einen Euro am Tag für eine landesweite Mobilität. Damit kämpfen wir auch für eine Anpassung der in Baden-Württemberg gegebenen Struktur an Verkehrsverbünden. Denn die vielen unabhängigen Verbünde stehen sich bei Innovationen auf dem Mobilitätssektor oft gegenseitig und damit auch einem wesentlichen Teil der erforderlichen Klimawende im Weg. Verbundgrenzen sind dann oft Mobilitätsschranken“, gab Born zu bedenken und fügte hinzu: „Innovationen sind für den ÖPNV aber absolut notwendig, denn auch der öffentliche Personennahverkehr muss digitaler und damit moderner aufgestellt werden.“

Auch in einer Verbindung unterschiedlicher Verkehrssysteme sieht der Wirtschaftsexperte gute Möglichkeiten zur Verbesserung des Komforts und mithin der Akzeptanz des Nahverkehrs und damit auch einer Optimierung der verkehrsbedingten CO2-Bilanz insgesamt. „Neben berechtigter Forderungen nach mehr Verbindungsvielfalt und verkürzter Taktzeiten ist für die SPD eine intelligente Verknüpfung von Bahn-, Busverkehr und individueller Verkehrsträger wie Fahrrad, Scooter, Leihwagen etc. auch im ländlichen Raum von großer Bedeutung“, erläuterte Born die Position seiner Partei.

Unter den vielen Fragen, welche die Teilnehmer der Veranstaltung auf dem Herzen hatten, sorgte eine für besondere Belustigung. Ob denn bei Einführung eines 365-Euro-Tickets auch die Kollerfähre damit kostenfrei genutzt werden könnte? Born war auch hier um eine schlagfertige Antwort nicht verlegen: „Ich kann das ja nicht allein entscheiden. Aber wenn wir dafür eine Mehrheit bekämen, wäre ich dabei.“

 

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