Sechs Monate nach der Landtagswahl war MdL Thomas Funk zu Gast bei den Ortsvereinen Bammental, Gaiberg und Wiesenbach. Mit Spannung erwarteten die Anwesenden, über die Regierungsarbeit informiert zu werden, insbesondere über Fortschritte bei der Schul-und Bildungspolitik, dem wichtigsten Wahlkampfthema der SPD.
Thomas Funk konnte berichten, dass die Studiengebühren bereits zum Frühjahr abgeschafft werden und dass die verbindliche Grundschulempfehlung bereits entfallen ist. Nach Verabschiedung des Schulgesetzes Ende dieses Jahres können die Eltern über die schulische Laufbahn ihrer Kinder selbst entscheiden, allerdings wird ein ausführliches Beratungsverfahren verpflichtend.
Der Bammentaler Ortsvereinsvorsitzende Rüdiger Heigl begrüßte ausdrücklich den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, damit Kinder nicht wie bisher frühzeitig in eine „Schublade“ gesteckt werden und aussortiert werden. Er geht davon aus, dass die derzeitige Hauptschule / Werkrealschule mittelfristig hin zur Realschule entwickelt werden muss, verbunden mit der Gefahr, dass dadurch möglicherweise handwerkliche Talente nicht mehr ausreichend gefördert werden können. Dieser Vorteil der Werkrealschule Bammental müsse bei der weiteren Entwicklung der Schullandschaft erhalten bleiben.
Insbesondere den Schulstandort Bammental, der mit der Hauptschule / Werkrealschule vielen Schülerinnen und Schüler benachbarter Gemeinden eine Heimat bietet, werden die Neuerungen in der Bildungspolitik nachhaltig verändern, und diese Entwicklungen gelte es im Sinne aller Schülerinnen und Schüler und deren Eltern zu gestalten. Dies, so Rüdiger Heigl, muss im Dialog mit allen Beteiligten aber auch in Abstimmung mit allen Schulformen entwickelt werden, damit Keine(r) auf der Strecke bleibt.
Die Einführung der neuen Schulform Gemeinschaftsschule sieht die Landesregierung als zentrale Aufgabe - ein Pilotprojekt mit ca. 30 Schulen soll zum nächsten Schuljahr auf den Weg gebracht werden. Der Ausbau der Ganztagsschule stellt eine weitere wichtige Aufgabe dar, um eine längere Betreuung der Schüler zu gewährleisten und so Familien zu entlasten. Dem Einwand, dass Gemeinden die Freiheit hätten, Schulen ihrer Wahl einzurichten und so ein standortabhängiger Wettbewerb, ein „Bildungsmarkt“ entstehen könnte, hielt Thomas Funk entgegen, dass Schulen genehmigungspflichtig seinen und außerdem Bestandsschutz bestehe. Er warnte dringend vor übereilten und kostenintensiven Neuerungen. Ausführliche Informationen: Landesportal www.baden-wuerttemberg.de „Bildungsaufbruch wird auf den Weg gebracht“.
Ein weiteres Thema war „Stuttgart 21“, die Ursprünge 1995 unter der Regierung Teufel/Spöri und das damalige Hauptargument, mehr Güter auf die Schiene zu bringen, das heute nicht mehr relevant ist. In der gegebenen Situation biete sich als Ausweg das Ausstiegsgesetz und sein geplantes Scheitern an. Dann würde die Volksabstimmung am 27.11. möglich. Funk gab zu bedenken, dass ein Ausstieg das Land Unsummen kosten würde, weil bereits 96% der Aufträge vergeben und entsprechend hohe Regressforderungen zu erwarten wären.
Die SPD, so Thomas Funk, sei im Gegensatz zu den Grünen, durchaus gespalten in Befürworter und Gegner, was auch die kritischen Meinungsäußerungen der Anwesenden zum Ausdruck brachten. Ebenso kritisch äußerten sich die Teilnehmer des Frühschoppens über die „Geheimverhandlungen“ der Befürworter von Stuttgart 21 aus SPD und CDU beim Stuttgarter OB Schuster vor allem deshalb, weil Claus Schmiedel in seiner Eigenschaft als SPD-Fraktionsvorsitzender wahrgenommen worden sei.
Die Diskussion besonders über die Bildungsthemen gestaltete sich außerordentlich lebhaft. Die Ortsvereine Bammental, Gaiberg und Wiesenbach dankten Thomas Funk für sein Kommen und hoffen auf eine baldige Wiederholung, welche Thomas Funk gerne zusagte.
Maria Seuren