Landtagsvizepräsident Born besucht Konzeptladen HeartWork in Heidelberg / „Leuchtturmprojekt der Kreativwirtschaft“

Landespolitik

Heidelberg. Eine einladende Atmosphäre, innovative Produkte und Kreativschaffende, die den Mut haben, den nächsten Schritt zu gehen: Wer den „HeartWork“-Laden in der Unteren Straße in Heidelberg betritt, besucht „ein Leuchtturmprojekt der Kreativwirtschaft“, so Landtagsvizepräsident Daniel Born bei seinem Besuch im Konzeptladen. Empfangen wurde er von Martina Pfister, Bürgermeisterin für Kultur, Bürgerservice und Kreativwirtschaft, weiteren Vertretern der Stadtverwaltung sowie den Mietern, die die Ladenfläche derzeit bewirtschaften. Ziel des Besuchs war es, die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft für die Innenstadtentwicklung und die Potenziale des Förderprogramms „Mittendrinnenstadt“ sowie der einzelnen Unternehmensideen zu beleuchten.

Bürgermeisterin Martina Pfister eröffnete den Besuch mit einem Überblick über die Bedeutung der Kreativwirtschaft, die in Heidelberg jährlich einen Umsatz von 720 Millionen Euro erwirtschaftet und zwölf Prozent der Unternehmen umfasst. Sie freue sich über die Vielfalt im ansässigen Einzelhandel und dass es gerade in der Heidelberger Altstadt nach wie vor zahlreiche inhabergeführte Geschäfte gebe, so die Dezernentin für Kultur, Bürgerservice und Kreativwirtschaft. „Der Strukturwandel in den Innenstädten, insbesondere der zunehmende Online-Handel, stellt uns vor Herausforderungen und erzeugt einen erheblichen Anpassungsdruck“, weiß Pfister. In Heidelberg sorgen die Verantwortlichen für kreative Antworten auf diese Herausforderungen.

Das Thema sei auch in der Landespolitik sehr präsent, versicherte der Schwetzinger SPD-Landtagsabgeordnete Born: „Zum Glück haben wir angesichts des Ladenleerstands in den Städten keinen Leerstand in den Köpfen. Im Gegenteil: Sie haben hier Lösungen gefunden, die Brücken bauen“, lobte der stellvertretende Landtagspräsident die Testmöglichkeit für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft, die mit HeartWork entstanden ist.

Peter Hoffmann vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik erläuterte die Hintergründe des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Dieses Förderprogramm, finanziert vom Bund, unterstützt Projekte wie „HeartWork“, um innovative Konzepte im Einzelhandel zu testen – ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit. „Das Programm fördert ein weites Maßnahmenspektrum und erlaubt viel Flexibilität. Diese Unterstützung wünschen wir uns auch für die Zukunft“, adressierte er an Born.

Katharina Pelka und Shiva Hamid von der Stabsstelle Kultur- und Kreativwirtschaft beschrieben „HeartWork“ als Experimentierraum, in dem kreative Unternehmen ihre Produkte präsentieren können. Die Mieten sind reduziert, die Fixkosten damit niedrig. Ziel sei es, langfristig lokale Marken und einen vielfältigen Einzelhandelsmix in der Altstadt anzusiedeln. „Gerade die bunte Mischung zieht die Aufmerksamkeit der Kundschaft auf sich“, freute sich Pelka über den Erfolg. Elena Bopp, die als Storemanagerin tätig ist, gab Einblicke in den Alltag des Ladens, in dem regelmäßig wechselnde Mieter ihre Angebote präsentieren – und die Aufgaben rund um den täglichen Betrieb eines Einzelhandelsgeschäfts kennenlernen. Das direkte Kunden-Feedback für Prototypen hilft dabei, das Angebot zu verfeinern und voneinander zu lernen.

Nicht immer ist es so voll im Laden, wie an diesem Tag: Alle Inhaber der Unternehmen, die sich derzeit im Konzeptladen präsentieren, waren da, um dem Schwetzinger SPD-Landtagsabgeordneten ihre Produkte und ihre Geschäftsideen vorzustellen. Christiane Stotz-Baumann präsentierte zusammen mit ihrer Kollegin Maria Ryklin handgefertigte Keramikkunst ihrer Marke „beTONt Heidelberg“. Neben klassischen Keramikprodukten bieten die beiden Künstlerinnen Gefäße und Vasen in der traditionellen Raku-Technik an, die ihren Ursprung in Japan hat und für ihre besondere Ästhetik und den spannenden Herstellungsprozess bekannt ist. Die Stücke werden bei hohen Temperaturen gebrannt, glühend entnommen und in organischem Material wie Sägespänen geräuchert, was einzigartige Farb- und Oberflächenstrukturen erzeugt. „Jedes Stück ist ein Unikat, weil die Brenn- und Abkühlmethoden unvorhersehbare Effekte erzeugen“, erläuterte Stotz-Baumann den besonderen handwerklichen Charakter der Objekte.

Ein Highlight im HeartWork-Konzeptladen ist das Angebot von Siri Songkrams Kollektion zeitloser Basics aus Bio-Baumwolle. Das Besondere: Mit austauschbaren Fun Patches können Kinder ihre Outfits individuell gestalten. Nachhaltigkeit steht dabei im Fokus – von der Herstellung in kleinen Stückzahlen bis zur umweltfreundlichen Lieferung.

Nachhaltigkeit ist auch für Plinio Fernandes ein wichtiger Aspekt. Er stellte den biozertifizierten Kaffee aus seiner Rösterei „Heidelberg Kaffee“ vor. Der gebürtige Brasilianer vertreibt Spezialitätenkaffee, die Bohnen dafür stammen aus familieneigenem Anbau in der brasilianischen Region Mogiana. Fernandes ließ es sich nicht nehmen, dem stellvertretenden Landtagspräsidenten eine Tasse seines Kaffes anzubieten, um den Abgeordneten von Geschmack und Qualität zu überzeugen, die durch eine spezielle Landzeitröstung entstehen.

Mit Urbarium bringt Jules Sentman die Verbindung von Natur, Nachhaltigkeit und modernem Design in den HeartWork-Laden. Das Heidelberger Unternehmen präsentiert eine vielfältige Palette an handgefertigten Produkten, darunter vegane Kosmetik und besondere Teemischungen.

Madiagne Diop, Gründer von DIOP Garments, ist Schneidermeister. Er hat seine Ausbildung in Italien absolviert, von wo er auch seine Stoffe bezieht. Im HeartWork-Laden haben Besucher die Möglichkeit Hemden zu kaufen, maßgeschneiderte Kleidung in Auftrag zu geben und mit ein wenig Glück auch, Diop bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Auch Miniaturkünstlerin Susanne Ochs hat einen kleinen Teil des Konzeptladens angemietet und präsentiert mit ihrer Marke SO mini ihre faszinierenden Miniaturwelten, darunter die aktuelle Serie „Mini-Masters“, in der berühmte Gemälde im Maßstab 1:87 mit liebevoll gestalteten Figuren neu inszeniert werden. Mit viel Liebe zum Detail kreiert sie dreidimensionale Schaukästen, Bildbände und Fotografien, die perfekte Melange aus Fantasie und Handwerk.

„Es läuft gut für uns in diesem Setting“ – darin sind sich alle aktuellen Mieter einig. „Das „HeartWork“-Projekt ist ein gelungenes Beispiel, das zeigt, wie wichtig innovative Konzepte für die Zukunft unserer Innenstädte sind“, resümierte SPD-Politiker Born. Der Besuch mache deutlich, wie stark Heidelberg als Standort für die Kultur- und Kreativwirtschaft positioniert sei.

 

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