Jubiläum mit gelungenem Festabend

Ortsverein

schreiner

Seit dem 04. Januar 1919, als der Formstecher Karl Albrecht und der Mühlenarbeiter Heinrich Zimmermann II als Gemeinderäte verpflichtet wurden, tragen auch Sozialdemokraten Verantwortung für unsere Gemeinde und engagieren sich in dem wenige Tage später gegründeten SPD-Ortsverein Bammental für ihre Ziele und Vorstellungen.

Grund genug dieses Jubiläum nun auch in entsprechendem Rahmen zu begehen und im Kreise von Freunden und Gästen zu feiern.

Nachdem bereits am Freitagabend mit einer Kranzniederlegung der verstorbenen Parteimitglieder, Freunde und Wegbegleiter gedacht wurde, fand am Samstag, den 25. April 2009 in der TV-Halle ein Festabend statt, zu dem die Bammentaler Genossen den AfA-Vorsitzenden und MdB Ottmar Schreiner als Festredner gewinnen konnten.

Mit einem Glas Sekt zur Begrüßung unterhielten sich die Gäste aus Bammental und den Nachbarorten recht angeregt und erwarteten das Eintreffen von Ottmar Schreiner, der sich zuvor im Beisein von Dr. Lars Castellucci und dem OV-Vorsitzenden Rüdiger Heigl bei Bürgermeister Vogel in das Goldene Buch der Gemeinde eingetragen hatte.

Mit einem Revolutionslied aus dem Jahr 1848 und dem Festhymnus umrahmte der Volks-Chor Bammental-Reilsheim e.V. unter Leitung seines Dirigenten Gerald Drebes dann die Begrüßung der Gäste durch Rüdiger Heigl. Neben Ehrengast Ottmar Schreiner konnte er Bürgermeister Gerhard Vogel mit Gattin, den Bundestagsabgeordneten Prof. Gert Weisskirchen, seine Vorgängerin, Ellen Lauterbach MdB a.D. und den Bundestagskandidaten der SPD, Dr. Lars Castellucci begrüßen. Weiter galt sein Gruß dem Kreisvorsitzenden Thomas Funk, den Ehrenmitgliedern der Bammentaler SPD, Herbert Höfer und Manfred Giebeler, Pfarrer Zimmermann und nicht zuletzt allen Vertretern der anderen örtlichen Parteien und politischen Vereinigungen, den Vereinsvertreteren und den Bürgerinnen und Bürgern, die den Weg zu dieser Jubiläumsveranstaltung gefunden hatten.

Bürgermeister Vogel , der der Bammentaler SPD Rücksichtnahme und Fairness gegenüber dem politisch anders Denkenden und sachliche und verständnisvolle Zusammenarbeit zum Wohle aller bescheinigte, würdigte in seiner Ansprache die Beteiligung der SPD auf kommu-nalpolitischer Ebene in den vergangenen 90 Jahren. Die SPD, so Bürgermeister Vogel, hat die Entwicklung der Gemeinde dabei maßgeblich mitbestimmt.

Im folgenden Festvortrag von Ottmar Schreiner, hielt dieser eine flammende Rede gegen Armut, insbesondere gegen Kinderarmut und Bildungsarmut und fragte , ob wir denn noch in einer sozialen Marktwirtschaft leben, wie sie 1949 von Ludwig Erhard und den politischen Parteien gewollt wurde. Von dieser Frage ausgehend beleuchtete er die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation in Deutschland. Dabei scheute er sich nicht, dringend eine Korrektur zu fordern, da die Einkommensverteilung soweit auseinander klaffe, wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Lang anhaltender Beifall zeigte, dass Ottmar Schreiner mit dieser engagierten und fundierten Rede aus Sicht vieler den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

Gratulationen zum Jubiläum durfte Rüdiger Heigl danach von Gert Weisskirchen, Lars Castellucci und Thomas Funk entgegen nehmen, die dem Ortsverein Bammental bescheinigten, dass er über Jahrzehnte die Ideen und Gedanken der Sozialdemokratie vor Ort vertreten und umgesetzt habe. Ihr seid ein Aktivposten im Elsenztal, brachte es Gert Weisskirchen in seinem Grußwort auf den Punkt.
Die Gratulationen des Parteivorsitzenden Franz Müntefering , der die Genossen in Bammental sehr herzlich grüßen lies, konnten Ronald Stoll in Mannheim, die des früheren Vorsitzenden Kurt Beck, Rüdiger Heigl in Schifferstadt Anfang Mai persönlich entgegen nehmen.

Musikalisch wurde der Festabend zusätzlich von Liedermacher Ralf Glenk umrahmt. Er brachte Arbeiterlieder zu Gehör, deren traditionsreiche, aber auch zukunftsweisende Inhalte er sehr treffend interpretierte.

Die Bammentaler SPD hatte zu ihrem Jubiläum eine Festschrift erstellt, deren Inhalt der 2. Vorsitzende Ronald Stoll auszugsweise in seiner Rede zur Chronik der Bammentaler SPD vorstellte. Dabei stellte er die gegenseitige Achtung und Anerkennung des politischen Gegners und die Zusammenarbeit aller Demokraten in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.
Den Blick in die Zukunft wagte er optimistisch und zuversichtlich. Mit der aktiven JUSO-AG, die es seit 2007 in Bammnetal gibt, steht nach seinen Worten die nächste SPD-Generation bereit, um Verantwortung und Arbeit auch für die Gemeinde Bammnetal zu übernehmen.

Das erste Exemplar der gelungenen Festschrift, die durch eine großzügige Spende von Ellen Lauterbach erst in der nun vorliegenden Form gedruckt werden konnte, wurde ihr von Rüdiger Heigl überreicht. Er bedankte sich bei ihr sehr herzlich und gab bekannt, dass, wie von ihr initiiert, ein Teil des Verkaufserlöses von der SPD für ein örtliches soziales Projekt gespendet wird. Das Festbuch selbst ist in mehreren Bammentaler Geschäften erhältlich.

Unter dem Programmpunkt Ehrungen wurden vier verdiente Mitglieder der Bammentaler SPD für ihre langjährige und aktive Arbeit durch den Ortsvereinsvorsitzenden ausgezeichnet.

Adelheid Hack, 1975 erste SPD-Gemeinderätin in Bammental, langjährige Vorsitzende der örtlichen Arbeiterwohlfahrt und Vorstandsmitglied im AWO-Kreisverband und bei der Bammentaler SPD, wurde für ihre Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

Die gleiche Ehrung wurde Ronald Stoll zuteil, der von 1977 bis 2002 dem Bammentaler Gemeinderat angehörte, seit 2004 Mitglied des Kreistages des Rhein-Neckar-Kreises ist und im SPD-Ortsverein, dem er seit 37 Jahren angehört, alle Vorstandsämter begleitet hat. Als 2.Vorsitzender ist er heute immer noch aktiv.

Wilfried Haaf, der Ehrenvorsitzende der Bammentaler SPD, erhielt die höchste Auszeichnung, die die Partei vergibt – die Willy Brandt – Medaille.
Über 20 Jahre hat Wilfried Haaf den Ortsverein geführt – eine großartige Leistung, wie ihm Rüdiger Heigl im Namen der Mitglieder bescheinigte. Daneben war er über 10 Jahre Mitglied des Gemeinderates und hat während dieser Zeit immer wieder bewusst und engagiert die sozialen Belange ins Blickfeld gerückt. Da er aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, nahm seine Frau Hannelore Haaf die Ehrung entgegen und verlas ein Grußwort von ihm.

Mit Herbert Höfer erhielt ein Urgestein der Bammentaler Sozialdemokraten ebenfalls die Willy Brandt – Medaille. 1962 bis 1999 Gemeinderat, hat er auch als langjähriger Ortsvereinsvorsitzender in den 60er Jahren den Ortsverein neu strukturiert und zu kommunalpolitischen Erfolgen geführt. Daneben war er über Jahre hinweg Kreisrat und 2.Bürgermeister-Stellvertreter. Und auch heute steht er der Vorstandschaft noch immer mit Rat und Tat zur Verfügung und kann zu vielen Themen Tipps und Anregungen einbringen.

Bei den Grußworten, die zum Jubiläum überbracht wurden, gratulierte zunächst der Bammentaler Juso-Vorsitzende Christoph Herbold. Er ging auf Möglichkeiten und Initiativen ein, die den Jusos in der SPD geboten werden und rief die Jugendlichen auf sich politisch einzubringen und zu engagieren .AWO-Vorsitzender Ingobert Drost und Michael Huber für den VDK sprachen im Anschluss

Aber auch die anderen politischen Mitstreiter in Bammental, die örtlichen Parteien und Wählervereinigungen, überbrachten ihre Grüße und drückten gegenseitigen Respekt und Anerkennung aus, die sich in einer guten Zusammenarbeit für die Gemeinde und ihre Bürger widerspiegeln. Dr. Albrecht Schütte für die CDU, Bernd Schweisthal für Bündnis 90 / Grüne und Jan Schmucker für die UWB gratulierten der ältesten politischen Partei am Ort und brachten Jubiläumspräsente mit.

Pfarrer Zimmermann von der evangelischen Kirchengemeinde gratulierte ebenfalls mit sehr passenden Worten und schrieb dabei allen politischen Kräften das Bibelwort „Suchet der Stadt Bestes“ ins Stammbuch.

Etwas überrascht war man allerdings dann doch dass die neue Wählervereinigung Pro Bammental, wie auch der Kulturring, dem der Ortsverein als kooperatives Mitglied zugehört und den die SPD-Gemeinderäte Stoll und Ottinger über 20 Jahre geführt hatten, trotz Einladung keine Grüße überbrachten.

Mit einem Wort des Dankes an die vielen Beteiligten und Helfer, und an die örtlichen Vereine Volks-Chor, für die musikalische Umrahmung und Sportschützenverein für die Bewirtung bat zum Schluss der Veranstaltung Schriftführer Christoph Herbold nochmals alle auf die Bühne.
Mit einem Jubiläumsschnaps als Dankeschön wurden sie verabschiedet ehe der Volks-Chor mit seinem Vortrag „Abendruhe“ einen rundum gelungenen Festabend beschloß.

 

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