Die Freitagspost: Was ein Kind betrifft, betrifft die ganze Welt

Woche für Woche

Die Kitas im Land sind in einer schwierigen Situation. Daniel hat in seiner Rolle als Sprecher für frühkindliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion dazu im Landtag gesprochen und berichtet darüber heute in seiner Freitagspost.

Es ist eine logische Konsequenz meiner Aufgaben als Landtagsvizepräsident, dass ich nicht mehr so oft am Redepult in den strittigen Debatten stehe, wie in der vergangenen Legislaturperiode. Aber wenn es um unsere Kitas geht – dann geh‘ ich natürlich in die Bütt. Meine Mutter hat immer Maria Montessori zitiert: „Was ein Kind betrifft, betrifft die ganze Welt.“ Und die Bildungsorte unserer Kinder im Land – die Kitas – funken SOS. Angesichts der angespannten, teils dramatischen Lage im Bereich der frühkindlichen Bildung fordert die SPD-Landtagsfraktion ein umfassendes und schnelles SOS-Programm für die Kitas im Land.

Dass ein Großteil der Kitas im Land die Aufsichtspflicht nicht mehr durchgehend gewährleisten kann, ist eine Katastrophe. Die in der vergangenen Woche veröffentlichte Umfrage der Kita-Leitungen im Land muss der letzte Alarmruf für die Landesregierung sein: Frühkindliche Bildung gehört bei Grün-Schwarz endlich auf der Prioritätenliste ganz nach oben! Das Land muss mehr Geld für unsere Kleinsten in die Hand nehmen und darf die Kommunen und Träger mit diesem Problem nicht alleine lassen. Wenn die Ganztagsbetreuung wegfällt, steht für viele die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf dem Spiel. Um die dramatischen Personalengpässe an Kitas zu lindern braucht es aus unserer Sicht ein Sofortrückkehrprogramm und einen Aufstockungsbonus bei Teilzeit. Zudem fordere ich die Anpassung vertraglicher Leitungszeit an den tatsächlichen Bedarf und die Stärkung der praxisintegrierten Ausbildung. Die Kita-Leitungen sind überlastet und die Corona-Pandemie tut ihr Übriges. Wir dürfen die Verantwortlichen hier nicht alleine lassen. Deshalb braucht es dringend klare und landesweit einheitliche Regelungen zur Leitungszeit, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Aufgaben des Personalmanagements, der pädagogischen Leitung oder der Organisationsentwicklung dürfen nicht zu Einschnitten in der Betreuung von Kindern führen, die Kita-Leitungen aber auch nicht an den Rand ihrer Kräfte bringen. Die Möglichkeit der Praxisintegrierten Ausbildung in Teilzeit muss gestärkt werden, um zusätzliche Interessentinnen und Interessenten zu gewinnen. Hier erhalten die Erzieherinnen und Erzieher von Beginn eine Vergütung. Das entspricht eher den Lebenswirklichkeiten vieler Auszubildenden. Wer mehr Fachkräfte will, muss die Attraktivität steigern und Ideen zur Gewinnung neuer Fachkräfte sammeln.

Uns erreichen in den Wahlkreisbüros auch Meldungen aus der Praxis, dass auch Raumnot die Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Plötzlich müssen die Kinder kilometerweit zum neuen Standort gefahren werden. Die Bundesregierung hatte auf Druck der SPD Investitionen in neue Kitas und zusätzliche Gruppen gefördert. Nun muss auch das Land die Kommunen finanziell unterstützen, um hier familien- und berufsgerechte Lösungen zu finden, neue und ortsnahe Räumlichkeiten anzumieten. Außerdem fordern wir eine Kita-Konferenz, damit alle Akteurinnen und Akteure der frühkindlichen Bildung endlich an einen gemeinsamen Tisch kommen und die Betreuungsengpässe gemeinsam entschärft werden können. Zuletzt wollen wir eine Ausweitung des Luftfilterprogramms der Landesregierung. Durch die hohe Nachfrage der finanziellen Mittel zur Anschaffung für Luftfilter zeichnet sich schon jetzt ab, dass 10 Millionen Euro für das Luftfilterprogramm in den Kitas nicht ausreichen.

Bei Elternschaft, Erzieher*innen und in der Presse sind unsere Vorschläge äußert positiv aufgenommen worden – auf Regierungsseite herrschte ratloses Schweigen und teilweise beängstigendes Schönreden. Ich nutze meine Landtagsrede darum um sie an einen Satz zu erinnern: „Was ein Kind betrifft, betrifft die ganze Welt.“

Foto der Woche: Diese Woche war Jugendlandtag und gestern wurden uns vom Landtagspräsidium die Forderungen der Jugendlichen als großes Puzzle überreicht. Danke für die tolle Arbeit. Wir werden als Parlament uns genau mit diesen Forderungen beschäftigen.

 

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