Born: „Es fehlt an Anerkennung und Respekt für die junge Generation“

Landespolitik

Bei einer Veranstaltung mit der Juso-Landesvorsitzenden Lara Herter brachte der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born zum Ausdruck, dass eine Spitzenkandidatin, die quasi im Nebenjob versuche, Ministerin zu sein, eine Menge Unmut in der Bevölkerung verursache.

Hockenheim. Welchen Belastungen junge Menschen während der Pandemie ausgesetzt sind, diskutierte der Schwetzinger Landtagsabgeordnete Daniel Born mit der Juso-Landesvorsitzenden Lara Herter in einer gut besuchten Online-Veranstaltung. Es fehle an Anerkennung für die psychischen und existenziellen Zukunftsängste der jungen Generation, stellten Herter und Born übereinstimmend fest. „Gerade viele Menschen unter 30 leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie und spüren deren Langzeitfolgen. Konkret in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Wirtschaft trifft es diese Altersgruppe hart.“ merkte Born bei der Eröffnung der Veranstaltung an. Er betonte, dass aber auch fehlende Sozialkontakte und der Wegfall von zum Beispiel Clubbesuchen oder Kulturveranstaltungen die jungen Leute häufig besonders hart treffen würden.

Die gelernte Wirtschaftsingenieurin Lara Herter berichtete aus eigener Erfahrung, dass junge Menschen große Zukunftsängste haben: „Die Lebensrealität der jüngeren Generation hat sich in den letzten Jahren fundamental geändert, was sich besonders bei den vermehrt befristeten Arbeitsstellen bemerkbar macht. Um hier mehr Sicherheit zu schaffen, müssen wir sachgrundlose Befristungen dringend abschaffen.“

Aber auch bei den Ausbildungsplätzen gäbe es alarmierende Zahlen. Ein Rückgang im Jahr 2020 von 6300 Stellen allein in Baden-Württemberg bei einer sowieso sehr geringen Ausbildungsquote sei ein katastrophales Zeichen für Schulabgänger. Darum fordert Born, der arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag ist, gemeinsam mit den Jusos eine gesetzliche Ausbildungsplatzgarantie. „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen die steigenden Lebenshaltungskosten, besonders in den Bereichen Wohnen und Mobilität, auch als Berufsanfänger durch einen guten Arbeitsplatz decken können. Daher wollen wir unter anderem ein 365-Euro-Ticket und einen Mietendeckel“, so Born.

Eines der im Rahmen der Veranstaltung besonders intensiv diskutierten Themen dreht sich um die Digitalisierung von Schulen. Es könne doch nicht sein, dass ein industriell fortschrittliches Land wie Baden-Württemberg im Bereich Bildung so hinterherhinke. Homeschooling dürfe nicht an fehlenden Endgeräten oder Lernumgebungen scheitern. „Die Pandemie hat die Schwachen noch schwächer gemacht. Ein klares Konzept für Schulen fehlt, es gibt nach dem zweiten Lockdown immer noch keinen Fahrplan für digitales Lernen und das kann nicht sein“, bemängelte Herter. Darum will sie eine zweite Ausstattungsoffensive mit einem besonderen Schwerpunkt auf der individuellen Förderung der sozial und finanziell schwächer gestellten Familien.

Auch der Abgeordnete kritisierte die Kultusministerin scharf: „Eine Spitzenkandidatin, die quasi im Nebenjob versucht, Ministerin zu sein, verursacht eine Menge Unmut in der Bevölkerung. Insbesondere über das ewige Hin- und Her mit den Abschlussprüfungen, den Weihnachtsferien und nun wieder zum Thema Schulöffnungen habe ich mich sehr geärgert.“ Es sei völlig verfehlt, die Jugendlichen von heute als Corona-Generation abzustempeln und verantwortungslos, während der Pandemie erworbene Schulabschlüsse als weniger wertig zu betrachten. Die Sorge junger Menschen, die Pandemie als biografischen Mühlstein ein Leben lang mit sich zu tragen, müsse ernstgenommen werden. „Als Politiker müssen wir alles dafür tun, dass sich hier kein bösartiges Vorurteil einschleift, das im schlimmsten Fall die beruflichen Chancen tausender junger Leute beeinträchtigt.“ stellte der Landtagsabgeordnete klar.

Dass die Pandemiebekämpfung ein generationenübergreifendes Projekt ist, darin waren sich Herter und Born einig: „Das Wahlprogramm der SPD unter dem Motto ´Das Wichtige jetzt` zeigt, dass Baden-Württemberg das Versprechen geben kann, für alle Generationen gute Lösungen anzubieten.“

 

Homepage Daniel Born MdL – Vizepräsident des Landtags von Baden-Württemberg